
Liebe Carola,
leider ist Julchen, wie wir sie gerne nannten, am Dienstag, 18.März 25 endgültig eingeschlafen.
Sie wurde 16 Jahre und 8 Monate alt.
Zu uns kam sie im April 2014 und jeder Tag war ein Abenteuer und pure Freude. War sie zunächst unsicher und etwas ängstlich, haben wir es geschafft, ihr durch einen strukturierten Tag Sicherheit und Selbstbewusstsein zu vermitteln.
Das ging soweit, dass sie in den Nachbarsgärten ein gern gesehener Gast war, wenn sie dort zu kurzen Inspektionen auftauchte. Wir haben mit ihr und einer guten Hundeschule gearbeitet und dabei selbst am meisten über Julchen gelernt. Sie hat dort eine ausgemachte Hundeschlitten-Weltmeisterin zu Staunen gebracht, als sie sich aus einem Zuggeschirr mit einem eleganten Seitenschritt befreite und uns so sehr deutlich vermittelte, dass das keine Freizeitbeschäftigung für sie ist.
Sie liebte das Klettern über Stock und Stein, das Toben am Strand und das liegen mit uns auf der Couch.
Sie war ein Teil von uns und fehlt uns in jeder Sekunde. Wir hören immer noch ihre Schritte im Haus, ertappen uns dabei, wie wir unseren Tag nach den Gassi-Zeiten ausrichten und manchmal hören wir sie noch im Schlafzimmer leicht schnarchen. Selbst jetzt, wenn ich das hier schreibe, erwarte ich, dass sie mit ihrem Dreipunkt-Gesichtchen um die Ecke schaut und prüft, ob ich wirklich da bin.
Sie war Prinzessin, Clown, Sturkopf, Liebling und beste Freundin. Und die hatte das schönste, tiefe Bellen. Sie war alles, was wir uns von einer Gefährtin nur wünschen konnten.
Das Alter war leider unaufhaltsam und so waren wir gezwungen, die auf die Reise zu schicken. Ich wünsche mir, dass sie dort alle trifft, die sie leib hatte und ausgelassen spielen kann. Und wichtig: Dass ihr das Wasser dort nicht über die Knie reicht. Das mochte sie gar nicht und trotzdem ist sie mit uns kleine Runden im Meer geschwommen. So war sie eben. Wir haben uns zu dritt gemeinsam aufeinander eingestellt.
Mein persönliche Highlight war, als sie nach über einem Jahr das erste Mal von sich aus zu mir kam, sich auf das Sofa legte und mir ihren Kopf auf den Oberschenkel legte, damit ich ihr Nackenfell durchwuschele. Etwas, das zukünftig mein Hauptjob war.
Ohne sie ist es still und leer im Haus. Uns fehlt unsere wichtigste Freundin in jedem Moment.
Patrick
P.S:
Ich werde hier noch einige Bilder hochladen.